Die Sache mit dem „Guru“

Kundalini Yoga Galerie Schule Münster - Die Sache mit dem GuruDas Wort ‚Guru‘ verfügt im Westen teilweise über eine eher unschöne Konnotation oder ist für einige Menschen schlicht negativ belastet – aber ohne zu wissen, was das Wort tatsächlich bedeutet. Im Kundalini Yoga begegnet uns das Wort ‚Guru‘ in unterschiedlichen Kontexten, weshalb wir seinen genauen und eigentlichen Sinn darlegen.

‚Guru‘ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet als Adjektiv ‚groß’ oder ‚ehrwürdig’, somit gelangte es zu der Bedeutung als respektvolle Kennzeichnung für ‚spirituelle‘ Lehrer im Sinne von ‚Meister‘, denn ein Lehrer sollte sein Fachgebiet ‚gemeistert‘ haben – ähnlich unserem Handwerksmeister. In Indien werden heutzutage Lehrer in unterschiedlichen Alltagsbereichen auch als Guru bezeichnet, also ein Matheguru, ein Klavierguru, ein Reitguru oder eben ein Yogaguru.

Der tiefere spirituelle Sinn von Gu-ru geht vermutlich auf die Upanishaden zurück, wo erklärt wird, die Silbe ‚gu‘ bedeute Dunkelheit (im Sinne von Unwissen), die Silbe ‚ru‘ bedeute ‚Auslöschen‘ dieser Dunkelheit. Eine gängige Übersetzung von ‚Gu-ru‘ lautet also ‚was uns von der Dunkelheit zum Licht führt‘, wenn wir etwas lernen, vergeht die Dunkelheit des Nichtwissens. Vielen Menschen dient Guru als Bezeichnung für Gott. Auch im Westen hat die Metaphorik Dunkelheit = Unwissen, Licht = Wissen, Erkenntnis, Gott eine lange Tradition.

Beachtenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass in vielen Traditionen die reine Lehre als ‚Guru‘ bezeichnet wird, nicht einige (selbsternannte) Menschen. Im Kundalini Yoga hat unser Lehrer, Yogi Bhajan, stets und ständig auf die altehrwürdige Lehre verwiesen, die er uns lediglich als Vermittler darbietet.

Für mehr Informationen: Wilfried Huchzermeyer, Das Yoga-Wörterbuch.