Die Kundalini 

Kundalini Yoga Galerie Schule Münster - Die KundaliniUm das Konzept der Kundalini (Energie) ranken sich allerlei mystische Vorstellungen und metaphorische Beschreibungen, die ganze Bücher füllen, einige lesenswerte Empfehlungen findest du im Menüpunkt Literatur. Für eine pragmatische Erklärung fragen wir den Kundalini-Meister selbst:

„Kundalini ist die Energie des Drüsensystems kombiniert mit der des Nervensystems, um feinfühliger zu werden, so dass die Gesamtheit des Gehirns Signale wahrnimmt und interpretiert.“ (Yogi Bhajan, AquarianTeacher)

Das könnte man als ‚Bewusstsein‘ beschreiben, deshalb wird Kundalini Yoga oft das Yoga des Bewusstseins genannt. Mehr Bewusstsein wiederum beschreiben Kursteilnehmer mit: wacher, klarer, ausgeglichener, toleranter, harmonischer, kreativer, bodenständiger, gelassener, konzentrierter, geduldiger, achtsamer, stressresistenter, liebevoller, selbstsicherer und handlungsorientierter. Wer möchte das alles nicht?

In der täglichen Ausübung von Kundalini Yoga und in unseren Kursen spielt das Kundalini-Konzept allerdings eine nebensächliche Rolle, es ist eine Energie, die von selbst in geordneten Bahnen fließt.

 

Ein weit verbreitetes Missverständnis: Ist Kundalini Yoga gefährlich?

„Dieses Reden über Gefahren wird manchmal selbst zur größten Gefahr und ein großes Problem. Eine Gefahr besteht nur dann, wenn Du etwas Äußerliches und Künstliches verwendest, wie zum Beispiel eine Droge. … Stelle Dir die Kundalini anders vor. Tatsächlich ist da ein Gott. Er entfaltet sich, öffnet sich. Dieser Prozess der Entfaltung oder Manifestation ist als Kundalini bekannt. Was kann daran gefährlich sein?“ (Yogi Bhajan, AquarianTeacher)

Die Kundalini ist sehr kraftvoll. Yogi Bhajan hat als Kundalini Yoga Meister Techniken zur Erweckung und zum Aufsteigen der Kundalini gelehrt, die, wenn sie unverfälscht ausgeführt werden, sicher sind. In unserem Unterricht lehren wir diese Übungen in ihrer ursprünglichen und überlieferten Form.

 

Ein wiederkehrendes Phänomen: ‚spontane Kundalini-Erweckung‘

Berichte, auch in der Literatur, über eine sogenannte ‚spontane Kundalini-Erweckung‘ tauchen immer mal wieder auf und bedürfen eines kurzen Kommentars. Schon der Begriff ‚Erweckung‘ sorgt für Verwirrung, wird doch suggeriert, dass da etwas auftaucht, was vorher nicht vorhanden war. Im englischen Sprachgebrauch wird von ‚Aufsteigen‘ (rising) gesprochen, was den Prozess schon wesentlich besser beschreibt. Eines der besten Bücher zu diesem Thema, KundaliniRising, findest du in der Literaturliste.

In den yogischen Schriften wird das vollständige Aufsteigen der Kundalini mit Erleuchtung gleichgesetzt, ein tiefgreifender psycho-energetischer Prozess, der in der indischen Kultur und Tradition einen festen Platz einnimmt. Im Falle der spontanen Erleuchtung „weiß“ der Erlebende auch, was los ist und braucht keine Unterstützung von außen. Das passiert jedoch ziemlich selten.

Die meisten Menschen mit einem „Aufstiegserlebnis“durchleben wohl eher eine Kundalini-Erfahrung, also eine Art Energieschub, da die Kundalini als göttliche Kraft des Bewusstseinsin jedem Menschen von Geburt an fließt, ob Inder, Deutscher oder Eskimo, Gläubiger oder Atheist. Was sich jedoch unterscheidet, ist die jeweilige Intensität. Diese Intensität lässt sich mit Kundalini Yoga sanft und stetig erhöhen, in gesunden Schritten, die die vollständige Integration der Erfahrung in Psyche und Nervensystem ermöglichen. Yoga kann im Falle einer spontanen Erfahrungunterstützen, die Füße wieder auf die Erde zu bekommen, die Nerven zu stärken, die Energie zu balancieren und das Erlebte zu verarbeiten. In der Regel sei beruhigend klargestellt, dass die Energie auch wieder abebbt. Grundsätzlichkönnen Yoga, Meditation oder andere Techniken bei der Bewältigunghelfen. Als persönliche Anmerkung sei erwähnt, dass weder ich in rund 20 Jahren noch meine Lehrer in über 40 Jahren Erfahrung mit Kundalini Yoga jemals ein solches ‚Erlebnis‘ beobachtet hätten.